Vogelschutz-Zucht und Liebhaberverein Tudorf und Umgebung e.V.
Vogelschutz-Zucht und Liebhaberverein Tudorf und Umgebung e.V.

Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien 

  • 1. Allgemeine Anforderungen:

    Papageien sind sehr soziale Tiere, die auf allen Kontinenten (außer Europa) zu Hause sind. Ihre Lebensräume sind sehr vielfältig und unterschiedlich.

    Die unterschiedlichen Arten beanspruchen auch sehr unterschiedliche und spezielle Nahrung. Das Spektrum reicht von Körnern, über Nektar, bis hin zu verschiedenen Früchten.

    Papageien sind fast ausschließlich Höhlenbrüter.

    Heute kennt man etwa 340 Arten, wovon sich ca. 200 Arten, in Menschenobhut, erfolgreich fortpflanzen. Wellensittiche und Nymphensittiche werden hierbei nicht berücksichticht, da sie als domestizierte Arten gelten.

    In freiher Natur leben Papageien fast ausnahmslos in Gruppen, weshalb sie auch in den Volieren so zu halten sind. Ausgenommen sind kranke, verletzte und ausschließlich auf den Menschen geprägte Tiere (z.Bsp.: Handaufzuchten).
    Beim Verkauf von Papageien ist immer darauf zu verweisen.
    Jungvögel sollten so aufgezogen werden, das diese sich nicht generell auf den Menschen prägen, sondern artgerecht aufwachsen.

    Sofern die Abgabe und Unterbringung der Nachzucht gewährleistet ist, sollte die Möglichkeit zur Fortpflanzung gegeben sein. Da alle Papageien und Sittiche ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten zeigen und ihr Bedürfnis nach Beschäftigung relativ groß ist, ist für ausreichend Abwechslung in den Volieren und Käfigen zu sorgen.
    So dienen z.Bsp. die Vergesellschaftung mit Artgenossen - mindestens ein Paar - oder artfremden Vogelarten - sofern diese sich vertagen - sowie unterschiedliche, geeignete Gegenstände und verschiedenstarke, frische Zweige, zur Beschäftigung der Tiere.

    Die Haltung und Zucht von Papageien ist genehmigungspflichtig nach dem Tierseuchengesetz. Alle Papageien und Sittiche sind entsprechend der Psittakoseverordnung zu Kennzeichnen. Beim Erwerb oder der Einfuhr von Papageien ist eine Quarantäne nach der Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung einzuhalten und zu gewährleisten. Die Einfuhr wird außerdem nach Bundesartenschutzverordnung geregelt.

     

     

  • 2. Spezielle Anforderungen:

    Papageien und Sittiche werden in verschiedene Gruppen unterteilt. 
    Die Unterteilung erfolgt in:

     

    Papageien
    Sittiche
    kurzschwänzige Papageien
    Ara´s
    Loris und andere nektartrinkende Arten

     

  • 2.1. Allgemeine Haltungsansprüche:

    Papageien dürfen nicht angekettet oder auf eiem Bügel gehalten werden. Sollte es flugunfähige Vögel geben, sind diese auf einer Fläche zu halten, wobei deren Maße denen des Käfigs / der Voliere entsprechen sollten. Für ausreichend Beschäftigungs- und Klettermöglichkeiten ist zu sorgen. Die Tiere müssen jederzeit den Schutzraum aufsuchen können.

    Die angegebenen Maße, sind Maße die für eine paarweise Haltung gelten. Sie dürfen auch nicht unterschritten werden, wenn eine Einzeltierhaltung unumgänglich ist. Aus Gründen der Verträglichkeit ist es möglich, bei einigen Arten die Grundfläche um 50% zu erweitern (z.Bsp: verschiedene Agapornidenarten, Mönch- und Schwalbensittiche).
    Käfige sollten mindestens in 80cm Höhe aufgestellt werden.

    Es kann erforderlich werden, zwischen Volieren und Käfigen, Trennwände zu ziehen. So zum Beispiel zum Schutz vor Bißverletzungen.

    Bei Haltung in Außenvolieren muß ein Schutzraum und eventuell ein Witterungsschutz vorhanden sein, den die Tiere jederzeit erreichen können. Eine ganztägige Haltung im Schutzraum ist nur bei Frost zulässig.
    Für solche Tiere die in temperierten Räumen gehalten werden müssen gelten als Volierenmaße die, die sonst für Außenvolieren angegeben sind.
    Futter und Wasser sind täglich frisch, in gereinigten Gefäßen und im Winter im Schutzraum, zu reichen. 
    Der Boden - von Käfig, Volieren und Schutzraum - ist mit geeignetem Material (Hobelspäne, Granulat, Rindenmulch oder Sand) abzudecken und wöchentlich einmal zu reinigen. In Außenvolieren sollte der Boden mit Sand, Kies, oder ähnlich geeignetm Material bestehen.

    Die Ausstattung und die Bodenbeläge dürfen nicht gesundheitsschädlich sein!

    Als Grundausstattung sollten mindestens zwei Sitzstangen aus Holz (verschiedene Stärken) vorhanden sein. Bei der Anbringung dieser Stangen ist auf möglichst lange Flugstrecken zu achten. Das Gitter sollte aus Querstäben oder geflecht bestehen. Bei der Ausstattung und der Vergitterung ist darauf zu achten, das Verletzungen vermieden werden. Die Tiere sollten täglich auf Verletzungen und Krankheitsanzeichen kontrolliert werden.

    Eine Bademöglichkeit sollte täglich zur Verfügung stehen.

    In Räume sollte genügend Tageslicht einfallen können. Dies kann durch geeignetes Kunstlicht verbessert werden. Die Tagphase sollte 12 Stunden nicht unter- oder überschreiten. Dabei soll ein gleichmäßiger Rythmus unbedingt eingehalten werden.

    Während der brutzeit sind ausreichend Nistmöglichkeiten zu schaffen (bei Schwarmhaltung mus die Zahl der Nistkästen größer der Zahl der Brutpaare sein).

    Das tägliche Körnerfutter ist unbedingt durch frisches Obst, Gemüse, Grüfutter und tierisches Eiweis (Nektarfutter bei allen nektarfrssenden Arten) aufzuwerten.

     

  • 2.2. Haltungsansprüche der einzelnen Gruppen:

     

    < >Sittiche:

    Erklärung: Sittiche sind langschwänzige Papageien, die Savannen, Steppen und auch Wälder bewohnen. Sie leben in der Brutzeit meist paarweise und sonst in Familienverbänden (Schwärmen). 
    Zu den kleinsten Sittichen gehören die Grassittiche und einer der größten Vertreter ist der Arasittich.

    Unterbringung:

    Südamerkanische Sittiche müssen ganzjährig Nistkästen als Schlafplatz zur Verfügung haben, andere Arten nur zur Brutzeit. Die Schutzraumtemperatur sollte 5°C (für neu importierte Tiere 10°C) nicht unterschreiten. Für australische Sittiche muß der Schuzraum frostfrei sein.

    Mindestmaße für Käfige und Volieren:

     

    Gesamtlänge der Tiere
    bezogen auf Arten:
    Käfig- / Volierenmaße:
    (L x B x H) in m
    Grundfläche des Schutzraumes:
    in m²
    bis 40 cm 3 x 1,5 x 2 1,0
    über 40 cm 3 x 2 x 2 2,0

     

    Kurzschwänzige Papageien:

    Erklärung: Kurzschwänzige Papageien sind Papageien, die Lebensräume von Meereshöhe bis in alpine Regionen bewohnen. Sie leben in der Brutzeit meist paarweise und sonst überwiegend in Familienverbänden (Schwärmen). 
    Zu den kleinsten Arten gehören die Sperlingspapageien und einer der größten Vertreter ist der Gelbhaubenkakadu.

    Unterbringung:

    Weißbauchpapageien müssen ganzjährig Nistkästen als Schlafplatz zur Verfügung haben, andere Arten nur zur Brutzeit. Die Schutzraumtemperatur sollte 5°C - 10°C nicht unterschreiten. Für Agaporniden Arten muß der Schuzraum frostfrei sein. Der Kea benötigt nur einen Witterungsschutz

    Mindestmaße für Käfige und Volieren:

     

    Gesamtlänge der Tiere
    bezogen auf Arten:
    Käfig- / Volierenmaße:
    (L x B x H) in m
    Grundfläche des Schutzraumes:
    in m²
    bis 25 cm 3 x 1,5 x 2 (*) 1,0
    über 25 cm - 40 cm 2 x 2 x 2 1,0
    über 40 cm 6 x 3 x 2,5 2,0
    (*) hier können bis zu fünf Paare Agapornis- und Forbus-Arten gehalten werden, soweit sich diese Vertragen
    Während der Brutzeit können Agapornis- und Forbus-Arten auch in Käfigen von 
    80 x 40 x 40 cm gehalten werden

     

    Ara´s:

    Erklärung: Ara´s sind Papageien, die Lebensräume wie feuchte Wälder, Galeriewälder und trockene Regionen; vom Tieflandregenwald bis in die unteren Bergregionen Mittel- und Südamerikas bewohnen. Außerhalb der Brutzeit leben Ara´s paarweise, in Familienverbänden oder kleineren Gruppen. 
    Zu den kleinsten Arten gehören die Blaustirn-Zwergaras und der größte Vertreter ist der Hyazinth-Ara.

    Unterbringung:

    Die Schutzraumtemperatur sollte 10°C nicht unterschreiten.

    Mindestmaße für Käfige und Volieren:

     

    Gesamtlänge der Tiere
    bezogen auf Arten:
    Käfig- / Volierenmaße:
    (L x B x H) in m
    Grundfläche des Schutzraumes:
    in m²
    bis 60 cm 4 x 2 x 2 1,0
    über 60 cm 6 x 3 x 2,5 2,0

     

    Loris und andere nektartrinkende Arten:

    Erklärung: Sie sind Nahrungsspezialisten, die Wälder und baumbestandene offene Landschaften bewohnen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Meereshöhe bis in alpine (bis 4000m ü.NN) Bereiche der Äquatorialzone. Sie leben außerhalb der Brutzeit in Familienverbänden, Gruppen oder Schwärmen. Bei der Nahungssuche ziehen diese, auf der Suche nach Blüten, Pollen und Nektar, fast ganztägig umher.
    Zu den kleinsten Arten gehören die Fledermauspapageien und einer der größten Vertreter ist der Frauenlori.

    Unterbringung:

    Das Futter muss täglich frisch und in gründlich gereinigten Gefäßen zubereitet und angeboten werden. Die Schutzraumtemperatur sollte mindestens 10°C (für Fledermauspapageien 15°C) nicht unterschreiten. Für Schwalbensittiche muß der Schuzraum frostfrei sein. Der Volierenboden sollte einen saugfähigen Belag besitzen, oder einen Zwischenboden. Er kann aber auch gefliest, betoniert oder mit abwaschbarem Material versiegelt sein. So können die flüssigen Ausscheidungen der Tiere schnell und einfach entfernt werden.

    Mindestmaße für Käfige und Volieren:

     

    Gesamtlänge der Tiere
    bezogen auf Arten:
    Käfig- / Volierenmaße:
    (L x B x H) in m
    Grundfläche des Schutzraumes:
    in m²
    alle Arten 3 x 1,5 x 2 (*) 1,0
    (*) Hier können bis zu fünf Paare Fledermauspapageien gehalten werden.

     

  • 3. Besondere Haltungsbedingungen:

    Die oben beschriebenen Haltungsbedingungen gelten nicht für kranke und verletzte Tiere, sofern eine andere Haltung nach tierärztlichem Ermessen erforderlich ist.

     

  • 4. Vogelhaltung in Wohnräumen:

    Folgende Maße gelten unter folgenden Bedingungen:

    < >Nicht mehr als zwei Tiere je Käfig
    Maße auch für ein Tier nicht unterschreiten
    Mindestens drei Stunden Freiflug
    Bei Neuanschaffung eines Tieres sind die Mindestanforderungen der Haltung einzuhalten

     

    Gruppe: Käfigmaße:
    (L x B x H) in m
    Sittiche bis 25cm und Loris bis 20cm 1 x 0,5 x 0,5
    Sittiche von 25cm bis 40cm und Loris über 20cm 2,0 x 1,0 x 1,0
    Ara´s bis 40cm 2,0 x 1,0 x 1,5
    Sittiche über 40cm und Ara´s von 40 bis 60cm 3,0 x 1,0 x 2,0
    Ara´s über 60cm 4,0 x 2,0 x 2,0
     

E

Hier finden sie uns

Vogelschutz-Zucht und Liebhaberverein Tudorf und Umgebung e.V. 1974
Rosenstrasse 8
33154 Salzkotten-Niederntudorf

Telefon: +49 2955 1325

Besucher